Vergiss den Call

Du sitzt mit recht vernünftigen Spielern an einem Limit Texas-Hold’em Pokertisch. Deine Hand ist nicht schlecht: Zwei Paare in Late Position. Nach dem Turn bleibt noch ein Spieler übrig. Er callt deinen Bet. Am River kommt es zu einer dritten Karte derselben Farbe. Jetzt ist ein Flush möglich.

 

 

Dein Mitspieler erhöht und du bekommst das ungute Gefühl, dass er einen Flush gelandet hat. Du weißt, dass dein Mitspieler ein vernünftiger poker spieler ist, der normalerweise nur dann spielt, wenn er sicher ist zu gewinnen. Du denkst, es sei besser zu folden und machst dich bereit, das zu tun.

Dann, ohne genau zu wissen warum, hörst du eine Art innerer Dämon, der sich gegen diese vernünftige Entscheidung wendet. Und anstatt zu folden, machst du einen Call. Du bist dir fast sicher, dass du verloren hast, aber du willst es bestätigt wissen.

Man nennt diesen Spielzug beim Poker einen „Crying Call“. Man versteht darunter einen Call, der nur gemacht wird, damit man Einsicht in die Karten des Gegners bekommt, auch wenn man weiß, dass man verloren hat. Der „Crying Call“ ist ein törichter Fehler, der, wenn man ihn häufig begeht, sehr teuer werden kann.

Wenn dir beim Texas Hold’em deine innere Stimme sagt, dass du geschlagen bist, dann hör darauf! Gib nicht nach und mach „Crying Calls“, nur um deine Neugierde zu befriedigen. Akzeptiere stattdessen die Niederlage, bewahre deine Chips und spiele in der nächsten Runde.